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STANDARD DES BELGISCHEN
SCHÄFERHUNDES
FCI Standard N
15/D/19.10.1990
ALLGEMEINE
ERSCHEINUNG / FÄHIGKEITEN:
Quadratischer,
harmonisch gebauter Hund, intelligent, widerstandsfähig und an das
Leben im Freien gewöhnt, geschaffen, um den Unregelmäßigkeiten der
Jahreszeiten und den in Belgien so häufigen Wetterwechseln zu
widerstehen. Durch die Harmonie seiner Körperformen und den stolz
getragenen Kopf soll der Belgische Schäferhund den Eindruck einer
eleganten Robustheit vermitteln, welche das Hauptmerkmal der
Vertreter einer heraus gezüchteten Arbeitsrasse darstellt. Zu den
angeborenen Fähigkeiten als Hüter der Herden besitzt er die
wertvollen Qualitäten des besten Wächters für Haus und Hof. Er ist
wachsam und aufmerksam und sein prüfender Blick zeugt von
Intelligenz.
KOPF:
Der Kopf ist gut
gemeisselt, nicht übertrieben lang, trocken. Schädel und Fang sind
ungefähr von gleicher Länge, höchstens darf der Fang den Schädel
leicht übertreffen, was dem Gesamtbild den Ausdruck der Vollendung
gibt.
NASE:
Der Nasenschwamm
ist schwarz, die Nasenflügel gut geöffnet.
FANG:
Von mittlerer
Länge; der Nase zu sich allmählich verjüngend. Der Nasenrücken ist
gerade; im Profil betrachtet parallel der Linie, die man bei
Verlängerung des Schädeldaches erhielte. Der Fang ist gut gespalten.
LEFZEN:
Sie sind dünn,
straff anliegend, stark pigmentiert, das Rot der Schleimhäute darf
nicht sichtbar sein.
BACKEN:
Trocken, sehr
flach. jedoch bemuskelt.
GEBISS:
Die Kiefer sind mit
starken, weißen, regelmäßigen Zähnen besetzt, die tief in seinen gut
ausgebildeten Kiefern verwurzelt sind. "Scherengebiss": d.h. die
Schneidezähne des Oberkiefers gleiten über die des Unterkiefers und
überlagern jene leicht - ohne jedoch den Kontakt zu verlieren. Das
Aufeinanderstehen der Schneidezähne wird toleriert. Dieser
Gebißschluß, "Zangengebiss" genannt, wird von den Schaf- und
Viehtreibern bevorzugt.
STOP:
Mäßig aber
deutlich.
AUGENBRAUENBOGEN:
Nicht
hervorstehend; der Fang muß unter den Augen gut gemeißelt sein.
SCHÄDEL:
Von mittlerer
Breite und guter Proportion zur Kopflänge, Stirn eher flach, als
gerundet, Mittelfurche wenig betont; verlängert man den Nasenrücken
mit einer gedachten Linie, so verläuft diese im Profil parallel zum
Schädeldach.
AUGEN:
Von mittlerer
Größe, weder hervortretend noch tief liegend, leicht mandelvörmig,
von bräunlicher Farbe, vorzugsweise dunkel. Die Augenlider sind
schwarz umrändert. Der Blick ist direkt, aufgeweckt, klug und
prüfend.
OHREN:
Sie erscheinen
deutlich dreieckig, sind steif und gerade; hoch angesetzt, in der
Länge passend, Ohrmuscheln am Ansatz gut gerundet. Gut abgesetzt.
Der Hals ist etwas länglich, gut bemuskelt, ohne Wamme, er wird zu
den Schultern hin etwas breiter.
NACKEN:
Sehr leicht
gebogen.
VORDERGLIEDMASSEN:
Kräftiger
Knochenbau, trockene und starke Muskulatur.
SCHULTERN:
Die Schulterblätter
sind lang, schräg und flach und bilden zum Oberarm den notwendigen
Winkel, um den Ellbogen leichtes Spiel zu geben.
OBERARM:
Die Oberarme müssen
sich genau parallel zur Körperlängsachse bewegen.
UNTERARM:
Lang und gut
bemuskelt.
VORDER-MITTELFUSS:
Kräftig und kurz;
Gelenke deutlich ausgebildet, ohne Anzeichen von Rachitis.
PFOTEN:
Eher rund, gewölbt
und gut geschlossen; Sohlen fest und elastisch, Krallen dunkel und
stark.
KÖRPER:
Kraftvoll und ohne
Schwere. Die Entfernung Schulterspitze => Sitzbeinhöcker ist beim
Rüden ungefähr gleich der Widerristhöhe. Die Hündin darf etwas
länger sein.
VORBRUST:
Von vorn gesehen
wenig breit, ohne jedoch eng zu wirken.
BRUSTKORB:
Mäßig breit, dafür
tief und lang wie bei allen Tieren mit großer Ausdauer. Der
Brustkorb wird von Rippen umspannt, die in ihrem oberen Teil gebogen
sind.
WIDERRIST:
Betont.
OBERE LINIE:
(Rücken und
Lendengegend): Gerade, breit und kräftig bemuskelt.
BAUCH:
Mäßig entwickelt,
weder leicht aufgezogen noch gar windhundartig, in harmonischer
Linienführung die untere Brustlinie verlängernd.
KRUPPE:
Ganz wenig
abfallend, mäßig breit.
HINTERGLIEDMASSEN:
(Hinterhand):
Kräftig ohne Plumpheit; die Gliedmaßen müssen sich in derselben
Richtung bewegen, wie die der Vorhand. Stellung senkrecht zum Boden.
OBERSCHENKEL:
Lang, breit,
muskulös; Sprunggelenk genügend, doch nicht übertrieben gewinkelt.
Die Sprunggelenke sollen tief liegen, breit und bemuskelt sein. Von
hinten gesehen müssen sie vollkommen parallel stehen.
HINTERMITTELFUSS:
Fest und kurz.
Afterkrallen sind nicht erwünscht.
PFOTEN:
Leicht oval,
gewölbt und gut geschlossen; Sohlen dick und elastisch: Krallen
dunkel und stark.
RUTE:
Gut angesetzt, an
der Basis stark und mittellang. In Ruhestellung wird sie hängend und
in Höhe des Sprunggelenkes leicht aufgebogen getragen. In der
Bewegung wird sie aufgerichtet und der Bogen betonter, ohne jemals
einen Haken zu bilden oder seitlich abzuweichen.
FELL / MASKE:
Die Maske muß Ober-
und Unterlefzen, den Lippenwinkel und die Augenlider in einer
einzigen schwarzen Zone zu umschließen suchen.
FARBEN:
Für die Trevueren:
Das berußte Fauve (falbfarben) bleibt als natürlichste Farbe
vorzuziehen. Das Fauve muß warm im Ton sein, weder hell noch
verwaschen. Ein Hund ohne die gewünschte Farbintensität kann kein
"Vorzüglich" und noch weniger das CAC, CACIB oder die
Reserveanwartschaften beanspruchen. Für die Mechelner:
Ausschließlich berußtes Fauve mit schwarzer Maske. Für die
Groenentael: Ausschließlich einheitliches Schwarz. Für die Laekener:
Fauve mit Spuren von Ruß, vorwiegend an Fang und Rute. Etwas Weiß
wird an Brust und Zehen toleriert.
HAARKLEID:
Die Behaarung ist
beim Belgischen Schäferhund von unterschiedlicher Länge und
Struktur. Es ist deshalb Unterscheidungskriterium für die
unterschiedlichen Varietäten der Rasse. Bei allen Varietäten muß das
Haar reichlich, dicht und von guter Textur sein und zusammen mit der
Unterwolle einen vorzüglichen Schutzmantel bilden. Elastisch, aber
straff am Körper anliegend. Die sichtbaren Schleimhäute sind stark
pigmentiert.
GRÖSSE:
Die wünschenswerte
Größe liegt im Durchschnitt bei: 62 cm für die Rüden, 58 cm für die
Hündinnen. Toleranz: 2 cm nach unten, bzw. 4 cm nach oben.
GANGWERK:
Der Gang ist
lebhaft und ungezwungen und so raumgreifend wie nur möglich. Der
Belgische Schäferhund ist unablässig in Bewegung und scheint
unermüdlich. Durch sein unbändiges Temperament hat er eine
ausgeprägtere Neigung zur Bewegung in Kreisen als in gerader Linie.
MÄNGEL:
-
Wesen: Aggressiv
oder scheu.
-
LEFZEN,
-
AUGENLIDER
-
NASENSCHWAMM:
Spuren von Pigmentverlust.
-
GEBISS: Leichter
Rückbiß.
-
AUGEN: Hell
-
SCHULTERN: Zu
steil.
-
HINTERHAND:
Schwach, steile Winkelung.
-
PFOTEN: Offen.
-
RUTE: Zu hoch
getragen, hakenbildend oder seitwärts abweichend.
-
FELL: Fehlen von
Unterwolle.
-
FARBE: Grau,
ungenügend warme oder verwaschene Farbtöne, umgedrehte Maske.
FEHLER DIE ZUR
DISQUALIFIKATION FÜHREN
GEBISS:
Ausgeprägter
Rückbiß oder Vorbiß. Fehlen bestimmter Prämolaren. Das Fehlen eines
kleinen Prämolars (PM1), der direkt hinter den Fangzähnen steht,
wird ohne Strafe toleriert. Dementgegen ist das Fehlen von zwei PM1
oder eines anderen -gleich welchem- Prämolars Grund für eine
niedrigere Formwertnote. Das Fehlen dreier Prämolaren -gleich
welcher- oder zweier großer Prämolaren schließlich führt zur
Disqualifikation.
OHREN:
Hängeohren oder
durch Manipulation korrigierte Ohren.
RUTE:
Fehlend oder
verkürzt, gleich ob angeboren oder kupiert.
FARBE:
Weiße Flecken
anderswo als an Brust und / oder Zehen.
Bei Mechelner und
Tervueren: Fehlen der Maske.
WESEN:
Nicht überprüfbare
und übertrieben aggressive Hunde werden disqualifiziert. In der
Bewertung lege man Wert auf ein "ruhiges", "mutiges" Wesen.
GESCHLECHT:
Monorchide oder
kryptorchide Hunde. (Angeborene Entwicklungsstörung, bei der ein
oder beide Hoden in der Bauchhöle oder im Leistenkanal verblieben
und nicht, wie normal, in den Hodensack hinabgestiegen sind.)
MASSE:
Normale
Durchschnittsmaße für einen Belgischen Schäferhundrüden von 62 cm
Widerristhöhe:
-
- Widerristhöhe
62 cm
-
- Körperlänge
(von der Schulterspitze bis Sitzbeinhocker) 62 cm
-
- Rückenlänge
(Widerrist bis Beckenspitze) 41 cm
-
- Brustumfang
hinter den Ellenbogen = 75 cm
-
- Tiefe der Brust
= 31 cm
-
- Abstand
Brust-Boden = 31 cm
-
- Kopflänge = 25
cm
-
- Fanglänge =
12,5 cm bis 13 cm
VARIETÄTEN
A - LANGHAAR
Kurzes Haar an
Kopf, Außenseiten der Ohren und unten an den Gliedmaßen mit Ausnahme
der Hinterseite der Vorderläufe, die vom Ellbogen bis zum Handgelenk
mit längeren Haaren, sogenannten Fransen, besetzt sind. Haar lang
und glatt auf dem restlichen Körper; reich und länger an Hals und
Vorbrust, wo es Halskrause und Mähne bildet. Die Öffnung der
Ohrmuschel ist durch dichte Haare geschützt. Diese sind von der
Basis der Ohren nach oben gerichtet und umrahmen den Kopf. Die
Oberschenkel sind mit sehr langem und dichtem Fell bedeckt,
sogenannten Hosen. Die Rute ist mit sehr langem und sehr dichtem
Haar besetzt, das eine Fahne bildet.
Anmerkung: Beim
Langhaar nennt man:
GROENENDAEL:
Hunde mit einfarbig
einheitlichem Schwarz.
TERVUEREN:
Das berußte Fauve
(falbfarben) bleibt als die natürlichste Farbe vorzuziehen. Das
Fauve muß warm im Ton sein, weder hell noch verwaschen. Ein Hund,
der die gewünschte Farbintensität nicht erreicht, kann kein
"Vorzüglich" und noch weniger das CAC, CACIB oder die
Reserveanwartschaften beanspruchen. Für die Maske gilt ein absolutes
Minimum von acht ins Auge fallenden Pigmentationspunkten. Die beiden
Ohren, die beiden oberen Augenlider, die beiden oberen und unteren
Lefzen müssen schwarz sein. Langhaar von anderer Farbe als berußtes
Fauve; siehe "Fell" und "Mängel".
MÄNGEL:
Wolliges Haar,
gelocktes oder gewelltes Haar; Haar von ungenügender Länge.
Beim Groenendael:
Roter Schimmer im
Haar, graue Hosen.
Beim Tervueren:
Unerwünscht sind
graue Farbe, ungenügend warme oder verwaschene Töne, fehlende oder
plattenartige Berußung, ungenügende Maske, umgekehrte Maske.
Übermäßige Berußung auf dem Körper ist unerwünscht.
B-KURZHAAR:
Sehr kurz auf dem
Kopf, den Außenseiten der Ohren und unten an den Glidmaßen. Kurz auf
dem restlichen Körper; dichter an der Rute und am Hals, wo das Haar
einen kleinen Kragen bildet, der vom Ohrenansatz bis zur Kehle
reicht. Außerdem ist der hintere Rand des Oberschenkels mit längeren
Haaren befranst. Die Rute ist buschig.
Anmerkung: Beim
Kurzhaar nennt man - MECHELNER: Kurzes Haar von berußtem Fauve mit
schwarzer Maske. Es wird an dasselbe Minimum von acht
Pigmentationspunkten wie beim Tervueren aufgezählt erinnert. Das
Kurzhaar von anderer Farbe als berußtes Fauve wird nicht anerkannt.
MÄNGEL:
Halblanges Haar an
Stellen, wo es kurz sein sollte, rauhes Haar in das Kurzhaar
eingemischt, gewelltes Haar. Gänzliches Fehlen von Berußung oder im
Gegenteil, plattenartige Berußung, ungenügende oder umgekehrte
Maske, übermäßige Berußung auf dem Körper ist unerwünscht.
C - RAUHHAAR:
Was diese Varietät
kennzeichnet, ist das rauhe und trockene Haar, das zudem noch
zerzaust wirkt. Es ist am ganzen Körper etwa 6 cm lang. Weder an den
Augen, noch an der Schnauze soll es so lang sein, daß der Kopf das
Aussehen eines Barbets oder Briards erhält. Dennoch muß der Fang gut
behaart sein. Die Rut darf keine Fahne bilden.
Anmerkung: Beim
Rauhhaar nennt man - LAEKENER: Das fauve Rauhhaar mit Spuren von
Berußung, hauptsächlich an Fang und Rute.
MÄNGEL:
Zu langes, seidiges
Haar, gekräuseltes, gewelltes oder kurzes Haar; feines Haar,
strähnchenweise in das Rauhhaar hineingewoben, übermäßige langes
Haar um die Augen und am unteren Kopfende buschige Rute.
KREUZUNGEN -
Paarungen - ZWISCHEN DEN VARIETÄTEN:
Zuchtpaarungen
zwischen den Varietäten sind untersagt, ausgenommen jene
Sonderfälle, für die zuständigen nationalen Zuchtausschüsse einen
entsprechenden Antrag genehmigt haben (Pariser Abkommen von 1974).
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